Rokoko 1720 -1775
Rokoko 1720 -1775Mit Ende der Regierungszeit Ludwig des IVX beginnt die Epoche des Rokoko. Die Epoche ist in seinen Grundzügen eine Fortführung des Barocks. Die Aristokratie blieb die gesellschaftliche führende Schicht und frönte auch weiterhin ungezügelt ihrem prachtvollen, dekadenten Leben. Zeitgleich begann sich die Gesellschaft außerhalb der Höfe jedoch grundlegend zu verändern. Es war die große Zeit der Freidenker und Dichter wie Voltaire, Rousseau und Kant, der Aufklärung in England und Frankreich und des Wiederentdeckens der Antike. Langsam entwickelte das Bürgertum ein eigenes Selbstbewusstsein und gewann zusehends an Bedeutung.
Viele Bürger konnten es sich nun leisten, dem Adel in Lebensstil und Kleidung nachzueifern, was dazu führte, dass beispielsweise das Korsett bis in die mittleren Schichten vordrang. Doch auch der freigeistige Lebensstil des Bürgertums sowie die bürgerliche Mode beeinflussten das Leben am Hof seinerseits.
Das zunehmende Verwischen der Klassenunterschiede war bereits Vorbote für

Man kleidete sich von nun an beinahe bequem. Die Dame von Hof trug ein "Robe Volant" - ein "wehendes Kleid", was bezeichnend für die neue Linie war (s. Abb. 5). Darunter wurde ein leichter Reifrock und ein leichtes Korsett namens Gourgandine getragen. Dies war eine weiche, unversteifte Schnürbrust, die im privaten Rahmen unter dem Hauskleid getragen wurde. Das starre, mit Stäbchen versehene Korsett wurde nur noch zu offiziellen Anlässen angelegt (Reclams Mode- & Kostümlexikon S. 216).
Man verwendete vorwiegend leichte, edle Materialien wie Taft, Seide und Satin in zarten Pastelltönen. Die Ausschmückung der Robe mit Blumen, Borten, Schleifen und Rüschen war wichtiger denn je und ein letztes mal Ausdruck des grandiosen Luxus der Aristokratie, deren einzige Aufgabe es war, zu repräsentieren und die versuchte, sich durch das modische Erscheinungsbild vom "Pöbel" abzugrenzen.
Durch den hohen und freizügigen Stellenwert der Sexualität ist anzunehmen, dass etwa zu dieser Zeit das Korsett mit seiner erotischen Bedeutung belegt wurde - zumal es im Laufe der Periode auch immer offenherziger wurde; das Dekolleté wurde immer tiefer, bis am Ende beinahe die gesamte Brust zu sehen war. Das weibliche Schönheitsideal war schlank und edel, mit Wespentaille, apfelgroßen Brüsten und aus- bzw. einladenden Hüften. Betrachtet man Rokokogemälde, die das lustvolle Leben der Aristokraten darstellen, so ist auffallend, dass die Frau erstmals in einer Rolle dargestellt wird, die bis heute als typisch weiblich gilt: ein schwaches, zerbrechliches jedoch sirenenhaftes Geschöpf, das nach einem Beschützer verlangt und zugleich ewig lockt und verführt.
News
5. Juli 2007„Literatur”
Unter dem Menüpunkt literatur haben wir....
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6. Juni 2007
„Unter Korsetthersteller ....”
....haben wir die ersten beiden Hersteller
mit Infos und Korsettfotos gelistet.
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