Madonna & Co.
Madonna ist seit Jahrzehnten für Aufregung und Empörung gut. Ihrem Ruf als Skandalnudel wurde sie Anfang der 90er-Jahre mal wieder gerecht, als sie sich in einem engen Korsett mit übertrieben spitzen Brüsten in Waffeltütenform präsentierte. Da half es auch nicht, dass dieses extravagante Kleidungsstück der ebenso berühmte wie berüchtigte Designer Jean Paul Gaultier entworfen hatte. Die Geschichte des Korsetts reicht bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Je nach Mode und Versteifungstechnik drückte es die Brüste der Hofdamen mal platt, mal hob es sie an. Jahrhunderte lang unterwarfen sich Frauen der zeitraubenden Prozedur der Einschnürung getreu dem Motto “Wer schön sein will, muss leiden“.Zwar äußerten im 18. Jahrhundert die ersten Mediziner ihre Kritik am Korsett, das die Luft abschnürte und keinen Spaß beim Essen aufkommen ließ (ganz abgesehen von den gesundheitlichen Folgen wie Skelettverformungen und Organquetschungen). Doch erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg gerieten Korsetts im Zuge der immer stärker werdenden Frauenbewegung und der zunehmenden Berufstätigkeit der Frauen vollends aus der Mode. Prominente Vorbilder wie Madonna oder Nicole Kidman in “Moulin Rouge“ machten das Kleidungsstück wieder salonfähig. Karikiert wurde es im Film “Fluch der Karibik“: Keira Knightley wird aufgrund eines zu eng geschnürten Korsetts ohnmächtig und stürzt ins Meer. Doch das wahre Leben toppt jede Fiktion: Cathy Jung aus den USA hält einen bedenklichen Rekord – zu besonderen Anlässen schnürt sie ihre Taille auf 38 Zentimeter ein. Da bleibt selbst dem Betrachter die Luft weg.
Quelle: NDR Fernsehen
