Korsett schnüren
Wie wird ein Korsett geschnürt:Es gibt drei Methoden, die minimal möglichen und sinnvollen Taillenweiten zu berechnen. Die erste geht davon aus, dass die Zieltaillenweite ca. 25cm schmaler sein sollte, als die Ausgangstaillenweite.
Bei einer natürlichen 65cm Taille wäre somit die Zieltaillenweite 40cm. Diese Methode hat den Nachteil, dass sie eine Verringerung unabhängig von der Ausgangstaillenweite angibt.
Die zweite Methode orientiert sich am Brustumfang. Eine moderate Einschnürung entspräche danach einer Taillenweite von ca. 5/8 des Brustumfanges, die minimale Taillenweite sollte nicht unter der Hälfte des Brustumfanges liegen. Bei einem Brustumfang von 85cm wären die entsprechenden Taillenmaße: moderat 53cm, minimal 42cm. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie eine ausgeglichene Figur erzeugt, da sie relativ arbeitet.
Die dritte und letzte Methode schlägt vor, dass die Taillenweite etwas unter dem Umfang des Oberschenkels liegen sollte. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie die Körperproportionen und indirekt das Gewicht und den Fettanteil berücksichtigt. Damit wird bei Figurveränderungen ebenfalls eine ausgeglichene Silhouette erreicht. Die in diesem Abschnitt angegebenen Taillenreduktionen erfordern eine intensive Eingewöhnung, bei konsequenter Anwendung des Korsetts können sie jedoch ebenfalls bei weitgehender Erhaltung des Komforts erreicht und erhalten werden (http://www.sylphide.de/dratgeb.htm).
Das falsche Schnüren ist der Grund für die meisten "Korsett-Misserfolge". Ein Korsett sollte nie direkt auf der Haut getragen werden, sondern immer über einem leichten Baumwollunterhemd. Das hat folgende Vorteile:
· Die Schnüre gleiten besser.
· Die Haut wird geschont.
· Das Korsett wird sauber gehalten. Dieser Punkt ist nicht unwichtig, da das Korsett zumeist den ganzen Tag getragen wird, häufiges Waschen ihm jedoch nicht zuträglich ist.
· Durch die Schnürung entstehende Hautfalten können glattgezogen werden.
Die Schnüre werden oben eingefädelt und dann unter ständigem Kreuzen (wie bei einem Stiefel) nach unten geschnürt. Im Bereich der Taille wird eine Überkreuzung ausgespart, dafür werden die Schnüre direkt ein Loch tiefer wieder eingefädelt, so dass zwei Schlaufen entstehen.
Wenn Sie am unteren Ende des Korsetts angekommen sind, knoten Sie die beiden Schnurenden zusammen.
Eine halbe Stunde bevor geschnürt werden soll, müssen die Hautpartien, die später vom Korsett bedeckt werden, mit einer Feuchtigkeitslotion oder Creme behandelt werden. Dies ist besonders im Taillenbereich wichtig, da die Haut durch den langanhaltenden Druck leicht trocken wird. Das folgende sollte im Stehen durchgeführt werden. Nachdem die Creme eingezogen ist, unmittelbar vor dem Beginn des Schnürens, sollten die entsprechenden Hautpartien sehr großzügig mit Babypuder behandelt werden. Das ist eine wichtige Maßnahme des Hautschutzes.
Anschließend kann das leichte Baumwollunterhemd angezogen werden. Es ist sinnvoll auch über dem Hemd Babypuder aufzutragen, damit das Hemd später zwischen Haut und Korsett leichter verschiebbar ist.
Die Schnürung des Korsetts sollte soweit aufgezogen sein, dass das Korsett problemlos angelegt und vorne zugehakt werden kann. Nachdem das Korsett nun locker anliegt, sollte die Trägerin es solange verschieben und manipulieren, bis die angenehmste Position erreicht ist. Für das folgende kniet die zu schnürende Dame am besten vor einem Bett und legt den Oberkörper entspannt auf das Bett, wobei die Arme idealerweise weit nach vorne gestreckt werden (dadurch wird der Brustkorb gehoben).
Jetzt beginnt das eigentliche Schnüren, welches am besten von einer Hilfsperson ausgeführt wird. Man kann sich jedoch auch selbst schnüren. Besonders wichtig ist, dass völlig ohne Kraft geschnürt wird. Eigentlich ist der Begriff "Schnüren" für diesen ersten Durchgang zu stark. Es geht eher darum, die Schnüre leicht anzuspannen. Dabei wird von oben und unten zur Mitte hin gestrafft. Die Taille wird hierbei noch nicht verschmälert. Nachdem die Schnüre anliegen, führt die Trägerin die gleiche Prozedur durch wie nach dem Anlegen des Korsetts. Das ist sehr wichtig für den richtigen Sitz.
In den nun folgenden Schnürdurchgängen wird das Korsett in möglichst kleinen Schritten enger geschnürt. Man beginnt oben und schnürt zur Mitte hin, dann von unten zur Mitte hin. Abschließend kann der Taillenbereich durch ein kurzes Anziehen beider Schnurpaare etwas stärker geschnürt werden (weil die Schnüre nach oder bei dem Verknoten etwas nachgeben). Danach werden die Schnurenden verknotet. Es reicht für den Anfang völlig aus, wenn bei jedem Durchgang eine Verschmälerung um 1cm erreicht wird. Nach jedem Durchgang sollte die geschnürte Dame die oben erwähnte Anpassungsprozedur durchführen, die auch ein mäßiges Seit- und Vorbeugen beinhalten kann. Wenn die Trägerin ein leichtes Unwohlgefühl äußert, sollte eine kurze Pause gemacht werden. Nachdem eine gewisse Einschnürung, beispielsweise 5cm, erreicht ist, sollte eine längere Pause gemacht werden. In dieser Zeit sollte sich die geschnürte Dame bewegen, idealerweise ihrer normalen täglichen Beschäftigung nachgehen.
Die Länge der Pause sollte sich an dem Nachlassen des Beengtheitsgefühls orientieren. Manchen Damen reichen 5 Minuten, manche brauchen eine halbe Stunde und mehr. Danach sollte wieder die Schnürposition eingenommen und die Einschnürung nach dem obigen Schema fortgesetzt werden. Nach einigen Schnürdurchgängen sollte das Korsett ganz zugeschnürt sein. Ein teilweises Offenlassen ist ungünstig, da einerseits die Schnüre in die Haut einschneiden und andererseits das Korsett offen nicht die nötige Stabilität im Rücken hat. Es kann leicht einknicken, was für die Haut und das Korsett sehr schädlich ist. Abschließend werden die Schnüre fest verknotet, damit sie sich nicht lösen können. Die Enden können entweder um die Taille gebunden werden oder von hinten nach vorne geführt unter den oberen Rand des Vorderverschlusses gesteckt werden, was den Vorteil hat, die Taille nicht zu verbreitern. Nachdem nun das Korsett bis auf die gewünschte Enge zugeschnürt ist, müssen unbedingt die unter dem Korsett entstandenen Falten der Haut und des Hemdes beseitigt werden. Dazu wird das Hemd, das oben und unten das Korsett etwas überragen sollte, mit beiden Händen gefasst und sowohl in Richtung der Schnürung als auch radiär mit kleinen Zugbewegungen gestrafft. Die Straffung beseitigt die Falten im Hemd, die Bewegungen beseitigen die Hautfalten. Diese Prozedur sollte an mehreren Stellen rund um das Korsett durchgeführt werden, besonders wichtig ist jedoch der Bereich unter der Schnürung und der seitliche Taillenbereich.
Das Korsett in dieser Weise anzulegen und zu schnüren ist die beste Basis für einen langdauernden Tragekomfort. Bei langen Tragezeiten sollte die Straffung öfter durchgeführt werden, jedoch mindestens einmal am Tag. Selbst wenn das Korsett ständig getragen wird (so wie ich das tue), ist es ratsam, es einmal am Tag abzulegen und die Haut erneut einzucremen und zu pudern. Dadurch wird Hautschäden vorgebeugt (http://www.sylphide.de/dratgeb.htm).
News
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Unter dem Menüpunkt literatur haben wir....
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6. Juni 2007
„Unter Korsetthersteller ....”
....haben wir die ersten beiden Hersteller
mit Infos und Korsettfotos gelistet.
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