Gesundheitsschäden
Gesundheits- und Körperschäden durch das Tragen von Korsetts:Durch das jahrelange Tragen des Korsetts von klein auf waren die jungen Frauen sogar auf das Korsett angewiesen, denn sie konnten sich nicht mehr alleine halten, was auf die Ermüdung und Schrumpfung der Rumpfmuskulatur durch den anhaltend starken Druck der eng geschnürten Korsetts zurückzuführen ist. Nicht nur die Muskulatur wurde in Mitleidenschaft gezogen, durch den anhaltenden Druck wurden die Bauchorgane zunächst verdrängt und schließlich, wenn die Schnüre immer fester angezogen wurden sogar selbst zusammengepresst. Dies war am deutlichsten an der Lunge zu bemerken, denn durch die starke Verengung auch des Brustkorbes wurde das nutzbare Lungenvolumen vermindert, meist war ein tieferes Durchatmen gar nicht mehr möglich. Dies äußerte sich dann darin, dass die schlank geschnürten Damen selbst bei der kleinsten Anstrengung in Atemnot kamen, wenn nicht sogar in Ohnmacht fielen. Weiterhin bildete sich bei den Trägerinnen von enggeschnürten Korsetts (besonders die mit hoher, langer Taille) durch die dauernde Verformung des unteren Teils des Brustkorbes eine sogenannte Schnürfurche heraus, die auch nach Ablegen des Korsetts sichtbar blieb. Als äußeres Zeichen einer engen Schnürung ist neben der schmalen Taille ein weiterer, jedoch durchaus unerwünschter Effekt zu beobachten: Die Bauchorgane, unter ihnen insbesondere die des Verdauungstraktes, weichen dem Druck des Korsetts nicht nur nach oben in den Brustraum aus, vielmehr drängen sie auch abwärts und rufen eine Hervorwölbung des Unterleibes hervor. Wenn diese deutlich sichtbar ist, kann man davon ausgehen, dass die Trägerin des Korsetts sehr eng geschnürt wurde. Man versuchte dieses Hervorwölben durch weit nach unten reichende Korsetts zu unterbinden, die sich bis über die Hüften herab ziehen und den gesamten Unterleib bedecken. Sie setzen den sich nach unten drängenden Bauchorganen einen erheblichen Druck entgegen, so dass jene entweder wieder nach oben in den Brustraum gedrängt werden, oder noch stärker zusammengepresst werden. Hieraus ersieht man, dass das Tragen eines solchen, nach unten ausgreifenden Korsetts für die Trägerin eine größere Belastung darstellt als das beim normalen, kurzen Korsett der Fall ist. So kommt es auch, dass die Damen die ein langes Korsett tragen und in etwa genauso schmal geschnürt sind wie Damen, die ein kurzes Korsett tragen, wesentlich häufiger mit Beschwerden wie Übelkeit oder Ohnmacht zu kämpfen haben. Schönheit hat eben ihren Preis.
Eine weitere Wirkung der engen Korsetts ist die, dass der Verdauungstrakt durch die Einschnürung sehr stark zusammengepresst wird. Schließlich nimmt er im Bauchraum einen wesentlichen Teil des Platzes ein. Diese Zusammenpressung vermindert also auch hier, wie schon bei der Lunge, das Volumen. Dies hat zur Folge, dass eine Frau, wenn sie entsprechend stark geschnürt ist, nur sehr wenig Nahrung zu sich nehmen kann, da der zusammengedrückte Magen nur noch wenig Aufnahmefähigkeit besitzt, die Trägerin verspürt nur ein geringes Hungergefühl, da ihr ein gefüllter Bauch "vorgespielt" wird. So gesehen war das Korsett der erste Appetitzügler, und viele Frauen werden diese (Neben-) Wirkung begrüßt haben, ermöglichte es ein enges Korsett ihnen doch leichter den Hunger zu ertragen, der nötig ist, um eine schon von Natur aus schlanke Figur zu erhalten, die dann durch die Schnürung noch graziler wirkt. Das diese Wirkung eine erhebliche Bedeutung hatte, kann man daran ermessen, dass eine Frau morgens vor dem Frühstück eingeschnürt wurde und erst am Abend, also nach dem Abendessen wieder von den einengenden Schnüren befreit wurde. Während der Mahlzeiten trug eine Frau also immer ein Korsett und je enger es geschnürt war, desto weniger konnte sie zu sich nehmen (http://www.korsetts.de/node77.html). Daher startete eine weitreichende Verteufelungskampagne durch Ärzte und Reformer. Nach dem Stand der medizinischen Forschung um 1900 nannten Mediziner etwa 20 Krankheiten als Folge des Korsetttragens, unter ihnen Beeinträchtigung der Verdauungsorgane, des Unterleibs, Muskelschwund, Rückenschmerzen bis hin zur Schwindsucht und Atemnot. Schon in der Kindheit mussten die Mädchen für die spätere Wespentaille sorgen. Ein Dresdner Arzt plädierte dafür, dass das Korsett "wenigstens beim Turnunterricht" verboten sein müsste, und die Lehrerinnen bei der Einführung einer vernünftigen Kleidung selbst als Vorbild zu sein hätten (http://www.korsetts.de/node12.html).
News
5. Juli 2007„Literatur”
Unter dem Menüpunkt literatur haben wir....
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6. Juni 2007
„Unter Korsetthersteller ....”
....haben wir die ersten beiden Hersteller
mit Infos und Korsettfotos gelistet.
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